Rackham RK00001R - Confrontation Table Top, Confrontation 3 - Grundregelwerk (deutsch)
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PRODUKTBESCHREIBUNG UND REZENSION
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Alle meine Rezensionen ansehen = Haltbarkeit:1.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:2.0 von 5 Sternen  Rezension bezieht sich auf: Rackham RK00001R - Confrontation Table Top, Confrontation 3 - Grundregelwerk (deutsch) (Spiel) ÜBER CONFRONTATION ALLGEMEIN
Confrontation (abgekürzt: CO) ist ein "Skirmish" Tabletop-Spiel bei dem die Spieler Miniaturen (vergleichbar mit Zinnsoldaten) auf einem Spielfeld (Tabletop) gegeneinander antreten und kämpfen lassen. Die Bezeichnung Skirmish (eng.: Handgemenge) verweist bereits darauf, daß die Armeen, die die Spieler kontrollieren, eher klein sind. Im Vergleich dazu werden bei sogenannten "Rank and File" Tabletop-Spielen wahre Massen an Miniaturen aufeinander losgelassen.
Confrontation ist ein ursprünglich französisches Tabletop-Spiel, das aus der Feder des Allroundgenies Jean Bey stammt.

DIE KOSTEN
Auf den ersten Blick wird der potenzielle Käufer feststellen, daß die Miniaturen aus dem Hause Rackhams (Hersteller derselben für Confrontation) etwas teuerer als die anderer Hersteller sind. Doch sollte man nicht vergessen, daß CO ein Skirmish-Spiel ist und man dementsprechend nicht so viele Miniaturen benötigen wird, wie es beispielsweise bei anderen Tabletop-Spielen von Nöten ist. Beispielsweise besitzen kleine Standartschlachten eine Obergrenze von 15 Streitern pro Spieler. Dies entspräche ungefähr 75 Euro, wenn man 5 Euro pro Miniatur veranschlagt. In Spieltermini wären das 15 Miniaturen zu je 20 Armeepunkten für eine 300 Punkte Schlacht. Andere Tabletop-Spiele, wie beispielsweise das populäre Warhammer von Games-Workshop, setzen diese Grenzen etwas gewaltiger. Eine kleine Standartschlacht entspricht bei ihnen z.B.: 1000 Punkten zu ca. 15 Armeepunkten pro Miniatur. Das wären dann ca. 67 Miniaturen und ein Endpreis von 201 Euro (bei 3 Euro pro Miniatur).
Ich berücksichtige in diesen Beispielen nicht die ungleich kostspieligeren Spezialeinheiten wie Fahrzeuge oder Kreaturen. Doch dürften sich die Kosten sowohl in Armeepunkten als auch Euro die Waage halten.
Confrontation ist somit nicht wirklich teuerer als andere Tabletop-Spiele. Die einzelnen Miniaturen sind es vielleicht, doch im Endeffekt gleichen sich die Kosten wieder aus und CO wird als Hobby nicht teuerer als z.B.: Warhammer.

DIE MINIATUREN
Es gibt einen nicht enden wollenden Streit um das ästhetische Urteil der CO-Miniaturen. Während die Einen (oftmals CO-Spieler) darauf beharren, daß die Minitaren bildschön sind, verdammen die Anderen (oftmals Nicht-CO-Spieler) diese als besonders häßlich.
Die CO-Miniaturen zeichnen sich in allgemeinen sowohl durch unglaubliche Detailliebe als auch filigrane Verschnörkelungen aus. Ob das einem gefällt ist reine Geschmacksache und die Diskussion hierüber ist genauso hinlänglich, wie die ob Grün oder Rot die schönere Farbe sei. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob ihm gefällt was er sieht und sich nicht durch tendenziöse Aussagen beeinflussen lassen.
Wer sich nicht an Körperhaltungen stört, die teilweise etwas goofy sind, wird Gefallen an den CO-Miniaturen finden. Wer kein Problem mit Kopfgroßen Händen hat, wird Games-Workshop-Miniaturen bevorzugen.

DER SPIELHINTERGRUND
Confrontation spielt in einer Fantasywelt. Dementsprechend wird man Drachen, Zombies oder gar Zentauern gegenüberstehen. Die Hintergrundgeschichte COs ist eher komplex und in sich geschlossen. Sie zeichnet sich durch kreative Ideen und das Bemühen alte Fantasy-Klischees nicht weiterzuführen aus. Jean Bey nimmt Abstand vom Gut-Böse Konzept und erschafft eine Welt, in der sich die Völker nicht aus faschistischem Hass oder imperialistischer Eroberungssucht (wie bei Warhammer 40.000) sondern aus individuellen Gründen oder Wirrungen des Schicksals gegenüberstehen. Die Welt COs ist voller neuer Ideen und Konzepte. Rollenspieler erwarten voller Ungeduld das Erscheinen des Cadwallon-Rollenspiels, das in dieser Welt spielt.
Man könnte behaupten, daß CO pädagogisch wertvoller ist als vergleichbare Tabletop-Spiele, darf jedoch nicht außer acht lassen, daß Tabletop-Spiele allgemein keinen großen pädagogischen Nutzen haben.

ÜBER CONFRONTATION – DRITTE EDITION, DEUTSCHE AUSGABE
Das hier vorliegende Regelwerk ist die dritte Überarbeitung der ursprünglichen Regeln. Der kreative Kopf ist in dieser Edition nicht mehr Jean Bey sondern Jérôme Rigal. Das Buch ist in Hardcover gebunden und vollfarbig gedruckt wie illustriert. Alle Regeln werden mit Beispielen und Bildern verdeutlicht.
Das Regelwerk beeinhaltet Listen mit sämtlichen Zaubersprüchen, Wundern und Spezialfähigkeiten COs.
Interessant gestaltet sich der Vergleich zwischen CO2 und dem hier vorliegenden, neuen CO3, den ich etwas subjektiver Ausführen möchte.

KRITIK
Das neue Confrontation bestitzt einige erfrischend neue Ideen und besticht durch seine vereinfachte Regeln.
Das neue Confrontation bestitzt einige verblüffend dämliche Ideen und verliert viele taktische Möglichkeiten durch seine vereinfachten Regeln.
Viele interessante und nie dagewesenen Komponenten eines Tabletop-Spiels fallen weg und machen Platz für übertrieben einfache Regeln – Ideal für Leute von trägem Verstand und Kinder, welche wohl die neue Zielgruppe Rackhams sind. Man merkt deutlich, daß Jean Beys Einfluß auf die Entwicklung des Spiels zurückgegangen ist und statt dessen in die Hände von eigenwilligen sowie verbesserungswütigen Handlangern geraten ist. Eine Entwicklung die uns bekannt vorkommt. Auch Rick Priestley gab irgendwann seine Mitwirkung an Warhammer (Games Workshop) auf und überlies das Feld so manchem Idioten wie zB. Nigel Stillman. Es ist halt angenehm zu zusehen wie das Geld reinkommt, während man selbst nichts mehr tut. Es scheint ganz so, daß sich die französischen Autoren bemühen den simpel gestrickten Games-Workshop Spielen nachzueifern, um schon bald ein ernst zunehmender Konkurrent zu werden. Bedauerlich bleibt die Tatsache, daß aber so mancher Spieler nicht nur aufgrund der einzigartigen Miniaturen zu Confrontation fand, sondern aufgrund seines Spielsystems für Profis bzw. Fortgeschrittene, die sich nicht mehr mit den unrealistischen, pragmatischen Systemen anderer Spiele abfinden wollten.

Das neue Regelwerk ist teilweise vollkommen willkürlich strukturiert und inhaltlich zerstückelt, dadurch geradezu anstrengend zu lesen. Dafür strotzt es vor Wiederholungen und überflüssigen Beispielen, damit auch der letzte Vollidiot die Regeln versteht. Abgesehen davon wimmelt das deutsche Regelwerk vor Tippfehlern, sprachlichen Fehlern, fehlenden Übersetzungen sowie inhaltlichen Fehlern. Zudem beginnt es bereits nach dem ersten Lesen sich in seine einzelnen Druckbogen aufzulösen. Eine Frechheit wenn man den Preis bedenkt. Schließlich stammt das Layout und der Inhalt aus Frankreich. Man zahlt also für Übersetzung, Textanordnung und Buchbindung. Dafür darf man durchaus mehr Qualität erwarten!

Inhaltlich gefallen mir die alten Confrontation-Regeln besser, doch bleibt mir nicht die nostalgische Wahl, da die neuen Miniaturen auch die neuen Regeln vorraussetzen und daher mit den alten Regeln zunehmend inkompatibel werden. Ich muß also zwangsweise die neuen Regeln benutzen. Dennoch rate ich vom Kauf der Erstauflage der Confrontation - Dritte Edition schärfstens ab. Schon Ende 2006 soll eine überarbeitete Version als Softcover erscheinen, die hoffentlich fehlerfreier sein wird (Information von Daniel Ley, Lektor bei Universal-Cards).
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. März 2006
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